Slofi ist wie Lofi, nur langsamer …
Die Medien sind schon seit zwei Wochen ganz aufgeregt, weil heute die SoFi kommt.
Mein Lieblingsmedienbeitrag dazu war der, in dem mir eine junge Frauenstimme erzählte, wo man die Sofi am besten sehen könne: bei Netflix vielleicht, das wisse sie nicht – aber die ESA hätte einen Livestream und das ZDF übertrage die totale Sofi sogar direkt aus Mallorca. Und wie super das sei für alle Menschen, die keinen Balkon nach WestNordWest hätten.
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Eine Sofi. Naja. Tatsächlich hatte ich vor, sie ausfallen zu lassen …
Nach der Sonnenfinsternis 2015 war ich der Meinung, kennst Du eine Sofi, kennst Du alle.
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Gestern ein Anruf. „Ich bräuchte für morgen fünf bis sechs Brillen für die Sofi. Könntest Du bei Euch mal guggen, ob es noch welche gibt? Oder vielleicht im Internet …?“
Eine Stunde guggeln und einige Anrufe bei den Optikern der Gegend brachten nur Antworten wie: „Hä …?“ oder „Hatten wir nie!“ und „Hahaha … sind längst raus!“
Aber keine Brillen.
Weil man aber Leute kennt, die Leute kennen, die mal guggen würden, hatten wir am nächsten Tag zwei Sofi-Brillen, die jetzt niemand mehr brauchte. „ … ja, war eine blöde Idee, bloß wegen der Brillen mit dem Zug …“
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Heute Pflaumen im Garten zu ernten wurde wichtig:
„ … und danach können wir doch Sofi guggen! Wir haben doch jetzt die Brillen! Und vom Garten einen schönen Blick nach Westen!“
„Aber nach WestSüdWest. Wir brauchen WestNordWest, wir werden nichts sehen.“ …
„Napoleonstein?“ … „Napoleonstein!“
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Das wir am Napoleonstein nicht alleine sein würden, war uns klar. Ein paar Leute würden schon noch rumstehen.
Aber der Strom von Menschen aus den Toren der Stadt, das bunte Gewimmel, das fröhliche Spazieren hoch zum Stein … damit hatte ich nicht gerechnet. Andererseits, wenn im Ort die Sofi-Brillenlager leergekauft sind und selbst das Internet nicht mehr rechtzeitig liefern kann, wo sollen die Leute mit den Brillen sich hinstellen, wenn sie die Sofi schauen wollen, wenn nicht an den Napoleonstein?!?
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Hier oben war Rummel. Lachen, Schwatzen, Gemütlichkeit. Platz für alle.
Eine Gruppe junger Leute schob sich in unsere Aussicht und bildete eine neue Horizontlinie. Jemand schmiß eine Boom-Box an.
Mein inneres Rumpelstilzchen begann zu knurren, dann wippte es den Rhythmus mit und schaukelte zur Musik:
Slofi, sphärischer Trance, der perfekte Soundtrack zur Stimmung hier oben. Ein bißchen surreal wie mittlerweile das Licht, fast ein wenig außerirdisch. Locker. Gelöst.
Dann begann von links jemand Volkslieder zu Klampfen. Na super!!!! Aber genial: Hältst Du Dir das linke Ohr zu: Techno, klappst Du das rechte Ohr ran: Der Mond ist aufgegangen.
Mit einer silbernen Glitzerbrille auf der Nase ist das egal, da stört so etwas nicht mal mein Rumpelstilzchen.
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Durch die Brille habe ich also doch die Sofi gesehen. Die Essenz. Sonne und Mond. Tatsächlich sogar fotografiert.
Aber ich hatte vergessen: die Essenz ist nicht das Ganze, nicht das Ambiente, nicht das Licht, nicht die Stimmung der Leute ringsum.
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Wir schlenderten nach Hause. Es war immer noch ein Kommen und Gehen.
Die Heimkehrer der Sofi machten Platz für die Plejadengucker.
