Ein lila Leuchten in der Stadt

Quarantänefrei! So froh darüber, spaziere ich freiwillig in die Stadt, nur um eine Kleinigkeit einzukaufen.

Der Uniturm … okay, der JenTower … leuchtet lila. Fast wie eine Kerze.
Es überrascht mich nicht. Jena ist Lichtstadt, bunt ist hier nicht ungewöhnlich. Aber ich freue mich. Ich darf endlich raus und die Stadt sieht ein klein wenig besonders aus.

Daß heute weltweiter Tag der Frühgeborenen ist und daß der Turm lila angestrahlt wird, um darauf aufmerksam zu machen, werde ich erst viel später am Abend wissen. Und meine Freude wird einen schalen Nachgeschmack bekommen.

Zunächst jedoch begleitet dieses Lila meine Geschäftigkeit wie ein Leuchtturm, wie eine Landmarke aus Farbe. Vorteil der Kleinstadt … der fast Kleinsta … der Großst … der kleinen … der kleineren Großstadt und es ist fast wie früher: so lange man die Turmspitze sieht, kann man nicht verloren gehen.

Nahe der Kirche lehnt ein Mann an einer Hausmauer, stützt sich auf sein Rad und zielt mit einer Kamera auf den Uniturm. Mit einer traditionellen Kamera, keinem Smartphone.

Erst nachdem ich drei Stativen ausgewichen bin, schnalle ich, wie viele echte Fotoapparate heute Abend in der Stadt unterwegs sind.

Ja, der lila Turm heute ist schon besonders.
Ich kann jetzt leider nur mein Handy zücken, aber nachher werde auch ich mein Stativ dazugestellt haben.


P.S. Ich denke: ja, wir dürfen uns unbedarft über einen lila leuchtenden Turm freuen. Über M.A.S.H. lachen, das Leben schön finden.

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